Artikel veröffentlicht: „Volk“ und „Volkspoesie“ als Identitätskonzept und literarische Abgrenzungsstrategie bei Grimm, Arnim und Brentano

Erste Ergebnisse meiner Dissertation sind jetzt im peer-reviewten Journal der germanistischen Abteilung der Universität Istanbul erschienen. Vielen Dank an Prof. Ersel Kayaoglu für die gute Zusammenarbeit!

Der Artikel untersucht die Werke zweier streitbarer Geschwisterpaare: Einerseits die Lieder- und Gedichtesammlung Des Knaben Wunderhorn Achim von Arnims und Clemens Brenatanos, andererseits die Kinder und Hausmärchen der Brüder Grimm. Nach anfänglicher Zusammenarbeit entstanden schnell Konflikte zwischen den beiden Projekten, die auf unterschiedlichen philosophischen Zugängen beruhten. Der Artikel fokussiert das Konzept „Volk“ und zeigt, wie die Positionierung der Akteure im literarischen Feld mit der Wahl literarischer Genres zusammenhängt. Diese Wahl schreibt sich in eine bestehende Tradition von „Volkspoesie“ ein, die in hohem Maße von Johann Gottfried Herder präformiert wurde.

Der Artikel ist hier im Volltext abrufbar:

Jakli, Timon: „Volk“ und „Volkspoesie“ als Identitätskonzept und literarische Abgrenzungsstrategie bei Grimm, Arnim und Brentano. – In: Alman Dili ve Edebiyat? Dergisi – Studien zur deutschen Sprache und Literatur 30 (2013) 2, S. 5-24.

Tutorium zur UE Literaturtheorie

SoSe 2007

Zeit: Mittwoch, 16:30-18:00 Uhr
Ort: Seminarraum II (NICHT Ü2 !! – wo ist er dann ?)
Tutor: Timon Jakli

Das Tutorium ist als Ort gedacht, an dem wir gemeinsam über Literaturtheorie diskutieren, Kenntnisse erweitern oder vertiefen.Vielleicht ja auch das eine oder andere Neue hören. Ohne Texte zu lesen macht das alles aber nicht wirklich Sinn, deshalb bitte ich Euch die Texte für die jeweilige Einheit zulesen oder Euch zumindestens grob anzuschauen, worum es bei der jeweiligen Theorierichtung eigentlich geht. Denn reden können wir nur über Bekanntes.

Ganz wichtig sind natürlich FRAGEN ! Die sollen und müssen bei einer so komplexen Materie natürlich gestellt werden. Je mehr Fragen ihrhabt, desto interessanter wird es werden – und ihr werdet feststellen, je mehr man/frau die Texte (und vielleicht parallel die eine oder andere Einführung) dazu liest, desto weniger ist“alles klar“. Daher: Stellt Fragen. Habt ihr spezielle oder sehr komplexe Fragen könnt ihr sie mir vorab per email schicken, dann kann ich mich daraufvorbereiten.

Zu jeder Einheit ist unten das Thema und mehr oder weniger Information dazu angegeben. In jedem Fall ist immer angegeben, welcher Textausschnitt dieGrundlage der Diskussion bildet. Optional gibt es dann noch andere Materialien zur Vertiefung, die ein Angebot zur weiteren Auseinandersetzung sind.
Bitte meldet Euch auf jeden Fall im Anmeldesystem fürs Tutorium an, damit Euch Rundmails erreichen!

Zum Herunterladen von Texten benötigt ihr Zugangsdaten – habt Ihr sie nicht, schreibt am Besten eine email.

 

14.03.2007:
Wieso das Ganze ?
Zur Sinnhaftigkeit von Literaturtheorie…
Was ist ein Autor ? Was ist ein Text ? Und was ist eigentlich Theorie ?
Dazu ein paar Anmerkungen zur Geschichte der Literaturtheorie.

Eagleton, Terry: Einführung in die Literaturtheorie. 4. Auflg. Stuttgart/Weimar: Metzler, 1997. S. 1-18. (Textgrundlage)

Eine Grafik, die gut zeigt, welche Schnittstellen sich für Literaturtheorie bieten – wo man/frau also ansetzen kann oder könntebietet Lerchner, Gotthard: Sprachform von Dichtung. Linguistische Untersuchungen zu Funktion und Wirkung literarischer Texte. Berlin/Weimar: Aufbau, 1986. S.16.

Dazugehörige Rundmail


21.03.2007:
Marxistische Literaturtheorie
(Lukács, Eagleton)

Lukács, Georg: Einführung in die ästhetischen Schriften von Marx und Engels. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von Dorothee Kimmich, RolfGünther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 79-94. (Textgrundlage)

Eagleton, Terry: Freie Einzelheiten. – In: Ders.: Ästhetik. Die Geschichte ihrer Ideologie. Stutgart: Metzler, 1994. S. 13-31. (Die Einführungzu Eagletons hervorragendem Buch über Ästhetik zeigt schön, wie moderne marxistische Ideologiekritik aussehen kann)

Als Beispiel, wie eng man marxistische Literaturtheorie (aus einem bestimmten Erkenntnisinteresse heraus eingrenzen kann:
Culler, Jonathan: Literaturtheorie. Eine kurze Einführung. Stuttgart: Reclam, 2002. S. 185, 186.

Bibliographie zu Marxistischer Literaturtheorie (für diejenigen, die zum Thema weiterlesen wollen oder einfach nurZettel sammeln)

Dazugehörige Rundmail


28.03.2007:
Literatur und Soziologie
(Bourdieu, nochmal Lukács)
Die Textgrundlage für Bourdieu im RUB 9414 ist nicht wirklich gut. Daher stelle ich 2 kurze Vorträge von Bourdieu zur Verfügung, die einen guten Einstieg in sein Denken bilden:

Pierre Bourdieu: Über einige Eigenschaften von Feldern. – In: absolute. Pierre Bourdieu. Hrsg. und mit einem biographischen Essay von Joseph Jurt. Freiburg: orange-press, 2003. S.122-128. (Textgrundlage)

Pierre Bourdieu: Einführung in eine Soziologie des Kunstwerks. – In: absolute. Pierre Bourdieu. Hrsg. und mit einem biographischen Essay von Joseph Jurt. Freiburg: orange-press, 2003. S. 130-146.

Dazugehörige Rundmail


 04.04.2007: Osterferien

11.04.2007: Osterferien


 18.04.2007:
Hermeneutik – Verstehen verstehen
(Gadamer, Ricoeur)

Gadamer, Hans Georg: Sprache als Medium der hermeneutischen Erfahrung. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von DorotheeKimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 28-40. (Textgrundlage)

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 25.04.2007:
Strukturalismus – Literaturtheorie als Werkzeugkasten
(Genette, Barthes)

Genette, Gérard: Strukturalismus und Literaturwissenschaft. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von DorotheeKimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 197-214. (Textgrundlage)

Barthes, Roland: Der neue Citroën. – In: Ders.: Mythen des Alltags. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 2003. S. 76-78.(Ausschnitt aus DEM klassischen Werk des französischen Strukturalismus: das Beispiel zeigt es wie eine strukturale Analyse aussehen kann, aber auch wie der Textbegriff ausgeweitet wird)
Und für alle, die nicht wissen, wie ein Citroën DS aussieht: Unter http://www.nuancierds.fr/danchorama.htm gibts ihn in allenFarben und Formen 😉

Jakobson, Roman: Der grammatische Bau des Gedichts von B. Brecht >>Wir sind sie<<. – In: Strukturalismus alsinterpretatives Verfahren. Hrsg. von Helga Gallas. Darmstadt/Neuwied: Luchterhand, 1972. S. 35-56.  (eine kurze Interpretation, die sehr schön erkennen lässt, wie eine [sehrlinguistisch beeinflusste] strukturale Analyse aussieht und was man/frau damit herausfinden kann)

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 02.05.2007:
Semiotik – Wie war das nochmal ?
(Eco und Co.)

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 09.05.2007:
Psychoanalyse und Literaturtheorie
(von Freud zu Lacan)

Freud, Sigmund: Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von Dorothee Kimmich, RolfGünther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 161-170.

Freud, Sigmund: Notiz über den „Wunderblock“. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von Dorothee Kimmich, RolfGünther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 171-176. (Textgrundlage) [ein Text, der vor allem auch für die Idee der Dekonstruktion wichtigist]

Lacan, Jaques: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, wie sie uns in der psychoanalytischen Erfahrung erscheint.  – In: Texte zurLiteraturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von Dorothee Kimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 177-187. (Textgrundlage)[langsam und genau lesen, weil der Text ziemlich schwierig ist – aber um so wichtiger für VIELE aktuelle theoretische Ansätze, von kulturwissenschaftlichen über feministische bis hinzu subjektphilosophischen Ansätzen; zudem schlägt der Text eine Brücke zum nächsten Kapitel)

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 16.05.2007:
Poststrukturalismus
(nochmal ein wenig Lacan, Foucault)

Foucault, Michel: Was ist ein Autor ?. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von Dorothee Kimmich, Rolf Günther Rennerund Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 233-247. (Textgrundlage)

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 23.05.2007:
Dekonstruktion
(wir verbeißen uns in Derrida, versuchen es zumindestens)

Derrida, Jaques: Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaften vom Menschen. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg.und kommentiert von Dorothee Kimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 301-313. (Textgrundlage)

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 30.05.2007:
Rezeptionsästhetik
(Iser, Jauß)

Jauß, Hans Robert: Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. undkommentiert von Dorothee Kimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 41-55. (werden wir auf Grundlage unseres Wissens über Gadamer behandeln, ein Beispielfür einen neueren hermeneutischen Ansatz)


 06.06.2007:
Intertextualität und Dialogizität
(Julia Kristeva)

Kristeva, Julia: Bachtin, das Wort, der Dialog und der Roman. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiert von DorotheeKimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 334-348. (Textgrundlage)

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 13.06.2007:
Feminismus, Gender und feministische Literaturwissenschaft

Scott, Joan W.: Gender: Eine nützliche Kategorie der historischen Analyse. – In: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. und kommentiertvon Dorothee Kimmich, Rolf Günther Renner und Bernd Stiegler. Stuttgart: Reclam, 2003. S. 416-440. (Textgrundlage)

Lampl, Sopie: Am Anfang war das Wort? – In: Unitat 02/2005, S. 5. [ein Text der sich kritisch mit dem Verhältnis vonBiologie und kulturellem Geschlecht im Kontext aktueller Theoriedebatten auseinandersetzt -> SEHR empfehlenswert]


 20.06.2007:
Abschluss – Zusammenfassung, Zusammenhänge
Offene Fragen zur Prüfung

Diagramm „Strömungen“

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