Statement zur Verfolgung der Bibelforscher auf religion.orf.at/OE1

Manchmal kommt man wie die Jungfrau zum Kind: Eigentlich habe ich nur einen Freund zu einem Pressetermin begleitet (genauer gesagt: ich war der Fahrer). Schwupps, wird man auch gleich interviewt.

Gedenktafel für die Zeugen Jehovas/Bibelforscher im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen

Gedenktafel für die Zeugen Jehovas/Bibelforscher im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen

Gut, es ging schon um eine facheinschlägige Angelegenheit. Ich durfte einige erklärende Worte zu den Verfolgungsgründen der Bibelforscher/Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus beisteuern.

Nachzulesen hier: http://religion.orf.at/stories/2690524/

In der Ö1 Sendung „Religion Aktuell“ vom 26.1.2014 (um 18:55) wurde das Thema auch behandelt, darin war ein Ausschnitt aus dem Interview zu hören.

 

Artikel veröffentlicht: Rehabilitierungen – Aufhebung von Unrechtsurteilen

Colloquium Band 20

Colloquium Band 20

Der vor Kurzem veröffentlichte Artikel behandelt die juristische Aufhebung von Urteilen der NS-Zeit am Beispiel der Bibelforscher/Zeugen Jehovas aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Neben einer Analyse der juristischen Entwicklung bietet der Artikel auf Fallbeispiele. Der Band kann zum wohlfeilen Preis von 55 Euro (!) im Buchhandel erworben werden…

Meinen Artikel kann man im Volltext auch hier lesen.

Wegen der Ernährung warat’s

Die Franzosen sind als Nation der Genießer bekannt. Doch auch die Gesundheit darf nicht zu kurz kommen, wie ich auf einer Konferenzreise in das wunderbare Nancy feststellen durfte. Denn das morgendliche Croissant wird dort mit seinen ernährungstechnischen Vorteilen beworben:

Das Croissant als Quelle von Omega 3 Fettsäuren

Das Croissant als Quelle von Omega 3 Fettsäuren

Und natürlich – wo anders würde man auch die gesunden Fettsäuren suchen, als im „Croissant natura“ 🙂

Artikel veröffentlicht: „Volk“ und „Volkspoesie“ als Identitätskonzept und literarische Abgrenzungsstrategie bei Grimm, Arnim und Brentano

Erste Ergebnisse meiner Dissertation sind jetzt im peer-reviewten Journal der germanistischen Abteilung der Universität Istanbul erschienen. Vielen Dank an Prof. Ersel Kayaoglu für die gute Zusammenarbeit!

Der Artikel untersucht die Werke zweier streitbarer Geschwisterpaare: Einerseits die Lieder- und Gedichtesammlung Des Knaben Wunderhorn Achim von Arnims und Clemens Brenatanos, andererseits die Kinder und Hausmärchen der Brüder Grimm. Nach anfänglicher Zusammenarbeit entstanden schnell Konflikte zwischen den beiden Projekten, die auf unterschiedlichen philosophischen Zugängen beruhten. Der Artikel fokussiert das Konzept „Volk“ und zeigt, wie die Positionierung der Akteure im literarischen Feld mit der Wahl literarischer Genres zusammenhängt. Diese Wahl schreibt sich in eine bestehende Tradition von „Volkspoesie“ ein, die in hohem Maße von Johann Gottfried Herder präformiert wurde.

Der Artikel ist hier im Volltext abrufbar:

Jakli, Timon: „Volk“ und „Volkspoesie“ als Identitätskonzept und literarische Abgrenzungsstrategie bei Grimm, Arnim und Brentano. – In: Alman Dili ve Edebiyat? Dergisi – Studien zur deutschen Sprache und Literatur 30 (2013) 2, S. 5-24.

Der Plural – es gibt ihn doch!

Bei vielen Wörtern im Deutschen ist der Plural ja eine seltene Blüte, mitunter sogar eine die nicht gut riecht (im mehrfachen Sinne jetzt). Milch und Geld beispielsweise. Ein ganz besonders schönes Beispiel für solch ein seltenes Pluralpflänzchen fand sich in der Rudolfstiftung:

harne

Besonders schön auch die Phantasie, wie es denn funktionieren könnte, einen Harn ABZUSTELLEN 🙂

Dictator, wir folgen Dir !

Im Krankenhaus Göttlicher Heiland finden sich diese schönen Türschließer:

Dictator

Dictator

Als ob der Name allein nichts schon reichen würde, bietet auch die Website des Unternehmens einige spannende Blüten:

„Der Name DICTATOR steht für 80 Jahre Erfahrung in der Lösung von Fragen zunächst nur rund um Tür und Tor.“

„DICTATOR Produkte werden in eigenen Fertigungsstätten in Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern hergestellt.“

Hm.

Amtsdeutsch in Hochform

Die österreichische Seele verwirklicht sich wohl nirgends schöner, als auf dem Amt! So modern die Zeiten auch sind, bietet das Amt die Kontinuität und Sicherheit, die der Mensch in der schnelllebigen Zeit von heute benötigt. Das Universum in der Nussschale sozusagen. Und so werden auch noch heute Hermanovsky-Orlandosche Dimensionen erreicht:

Amtsdeutsch in Hochform

Mit diesem Satzungetüm ist das Standesamt Wien-Ottakring zugepfalstert. Meine Forderung: Verpflichtende Deutschkurse für Magistratsangestellte!

Die Tafel vom Marktamt

Dagegen ist dieser Dativ-Genitiv Streit schon wieder harmlos.

Das Hofmeisteramt

Besonders spannend wird es, wenn Fahrzeuge strafrechtlich verfolgt werden. Kommen die Autos dann mit Parkkrallen fixiert in ein Autogefängnis und müssen von einem durch das Hofmeisteramt ernannten Hofmeister Exerzitien empfangen ? Wer weiß….

Griechenlandkrise

Die Wirtschaftskrise schlägt in Griechenland hohe Wellen, und das leider nicht nur im türkisfarbenen Meer. Vielleicht hat aber auch der eher entspannte Zugang zum Thema Geld und Wirtschaft, den viele Griechen teilen, damit zu tun. Dazu zwei Anekdoten:

Vor längerer Zeit musste ich zum griechischen Konsulat in Wien, um eine Vollmacht beglaubigen zu lassen. Abgesehen vom herben 70er Jahre Charme des Warteraums zeichnet sich der griechische Behördenapparat durch eine unglaubliche Gier nach Stempeln und Unterschriften aus (man ist an Österreich in seinen besseren Zeiten erinnert). Nach der erfolgreichen Beglaubigung meiner Unterschrift bitte ich (in bestem Griechisch) um eine Rechnung. Die Reaktion ? Ein ungläubiger Blick des Beamten und nochmalige Nachfrage. Ich bestehe darauf, brauche die Rechnung für eine Kostenerstattung.

Der Mann zieht sich zur Beratung mit seinem Vorgesetzten zurück. Das Ergebnis war folgende „Rechnung“:

Rechnung auf griechisch

Rechnung auf griechisch

Ein anderes Beispiel: Im Jahr 2011 besuchte ich meine Lieblingsstadt Thessaloniki und war zum Essen in einer wunderbaren Ouzerie. Dort verbrachte ich einen schönen Abend und bezahlte mit Kreditkarte.

Ein Jahr später sehe ich eine seltsame Buchung auf meiner Kartenabrechnung:

Kreditkartenbuchung auf griechisch

Kreditkartenbuchung auf griechisch

Da hat offenbar jemand von der Zahlung bis zur Verrechnung ein geschlagenes Jahr gebraucht…in diesem Sinne wundert mich schon lange kaum mehr etwas.

Vom Nationalstolze

Nachdem sich meine Doktorarbeit um das Thema nationale Identität dreht und es um 1760 herum einen wahrhaften Boom an Schriften zum Thema Nationalstolz gab, hier einmal ein einschlägiges Post zum Thema österreichischer Nationalstolz:

Der Rosengarten am Wiener Ring (der mit dem sahnig-weißen Theseustempel) ist ein who is who der österreichischen Identität, allen voran mit der Rose „Waltraud Haas“. Unter all den Gewächsen findet sich auch das Röslein „Nationalstolz“. Bei einem Spaziergang vor einigen Tagen hat sich dieser als etwas geknickt herausgestellt:

Nationalstolz

Soviel also zur Lage der Nation…