Mode

Im Kontext der Französischen Revolution veränderte sich das Verständnis von Mode; Kleidung wurde zunehmend zum äußeren Zeichen politischer Gesinnung, zum Abgrenzungs- und Ausgrenzungssymbol.

Im 18. Jhdt. bestimmten vor allem die französische Rokokomode und die nach Natürlichkeit strebende englische Mode.

Bei Hofe galt der Justaucorps (Mantel mit Stehkragen, kurzen ö„rmeln, und sehr großen geschmückten Manschetten), der die darunter getragenen Kniehosen verdeckte, als DAS Kleidungsstück und wurde auch in der Revolution als „royalistisches Abzeichen“ getragen (Bönsch 2001: S 190).

Im Bürgertum wurde zur Revolutionszeit durch den Frack Zugehörigkeit ausgedrückt, der von den „verschließbaren Jacken der unteren Bevölkerungsschichten“ beeinflusst worden war (ebd.: S 194). Immer mehr wurden volkstümliche Elemente in die Kleidung integriert (z.B. Pantalons, Halstücher, Holzschuhe). Die schwarze Kleidung der Abgeordneten wurde zum „Ehrenkleid des Bürgers“ ernannt (Internet), die dann von den antikisierenden Formen während des directoire abgelöst wurde (Internet 1).

Untere bürgerliche Schichten wie die Sansculotten (siehe Bild) zeigen durch das Tragen weiter, langer Hosen in revolutionären Farben politische Zugehörigkeit; die Pantalons werden schließlich in leicht veränderter Form auch von höheren bürgerlichen Schichten übernommen.

In der Frisurenmode wurde mit der Tradition der gepuderten Lockenperücken gebrochen, das Haar wurde zunehmend natürlich getragen. Auch Hüte mit revolutionären Symbolen wie der Kokarde und die rote Kappe wurden als Symbol der Revolution getragen (Internet).

Die Damenmode strebte nach schlanken Silhouetten, mit Betonung des „cul de Paris“ (Bönsch 2001: S 200) und durchaus erotischen Aspekten. Auch die Haartracht der Damen näherte sich der natürlichen Form und Farbe an. Unter dem directoire wurde Natürlichkeit angestrebt, immer mehr verschwanden Pomp und Farbenpracht aus der Frauenkleidung (Internet 1).

Revolutionärinnen zeigten modisch ihre Zugehörigkeit durch sansculottische Tracht bzw. manche kleideten sich in Aneignung typisch männlicher Modetopoi als Amazonen (siehe Bild).

Das directoire prägt die Mode neoklassisch, Kleidung und Uniformen (siehe Bild) orientierten sich an der Antike, eine Abgrenzung zu den vorhergegangenen politischen Perioden wurde angestrebt; erstmals wurde eine einheitliche Uniformierung geschaffen.

Quellen:

Bö–NSCH, Annemarie: Formengeschichte europäischer Kleidung. Hrsg. von Gabriela Krist. Wien [u.a.]: Böhlau Verlag, 2001. (=Konservierungswissenschaft, Restaurierung, Technologie, Bd. 1). S. 183-210

Internet: http://www.br-online.de/bildung/databrd/mod2.htm/mod2f02.htm (13.1.04)

Internet 1: http://web.archive.org/web/20020810215033/http://www.costumes.org/pages/fashiondress/FrenchRevolution.htm (13.1.04)

Timon
Timon
Spracharbeiter. Kommunikator. Sprecher. Trainer. Historiker. Leidenschaftlicher Koch. Foodie.

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